Der Pleurotus eryngii stammt aus dem Mittelmeerraum und Zentralasien. Im Gegensatz zu anderen Pilzen der Gattung Pleurotus wächst er nicht auf Holz, sondern ist mit den abgestorbenen Wurzeln von Pflanzen der Gattung Eryngium – den Feld-Mannstreu – assoziiert, was seinen umgangssprachlichen Namen im Spanischen erklärt. Es ist eine wilde Art, die in trockenen Gebieten, auf Wiesen und an Wegrändern vorkommt.
Sein Verzehr in der mediterranen Küche hat eine jahrhundertealte Geschichte. In Italien ist er als Cardoncello bekannt und ist eine klassische Zutat in der apulischen Küche, wo er gegrillt oder in Nudelsaucen zubereitet wird. In Spanien ist der wilde Kräuterseitling in Kastilien und Aragon sehr beliebt, wo er im Herbst und Frühling gesammelt wird.
Sein industrieller Anbau entwickelte sich in den 90er Jahren in Japan und Korea, was eine regelmäßige Verfügbarkeit dieses Pilzes das ganze Jahr über ermöglichte. Heute ist der gezüchtete Kräuterseitling einer der am häufigsten konsumierten in Europa und Asien, und seine Präsenz in Restaurants mit Marktküche und kreativer Küche hat in den letzten Jahren stetig zugenommen.