Der Schwarzkappenpilz (Agrocybe aegerita) wächst wild in Europa, Asien und Nordamerika auf totem oder geschwächtem Holz von Uferbäumen – hauptsächlich Pappel, Weide, Ulme und Maulbeere. In Italien, wo er als Pioppino oder Piopparello bekannt ist, hat er eine jahrhundertealte, etablierte kulinarische Tradition, insbesondere in der Küche Mittel- und Süditaliens. Sein Name bezieht sich auf die Pappel, den Baum, auf dem er am häufigsten wächst.
Er ist einer der wenigen Pilze europäischen Ursprungs, der auf dem Kontinent eine lange Anbautradition hat. In Italien wird er seit Mitte des 20. Jahrhunderts kommerziell angebaut und ist im Herbst häufig auf lokalen Märkten zu finden. Außerhalb Italiens und Südeuropas ist seine Präsenz auf dem Markt begrenzter, obwohl das Interesse an Pilzsorten jenseits des Champignons in den letzten Jahren seinen Anbau in anderen europäischen Ländern vorangetrieben hat.
In Asien kommt er ebenfalls wild vor und wird kulinarisch genutzt, wenn auch nicht so tief verwurzelt wie in der mediterranen Tradition. In der japanischen Küche ist er als Yanagimatsutake bekannt und wird gelegentlich in Suppen und Eintöpfen verwendet, ist aber viel seltener als Shimeji oder Shiitake.